Stadtgeschichte

Zu römischer Zeit rege benützt, führte eine Heerstrasse vom Val Terbi über Laufen und den Plattenpass am Blauen ans Rheinknie.

Die Ausgrabung einer grossen römischen Villa auf «Müsch» brachte wertvolle Objekte aus jener Zeit zutage. In die Zeit der Frankenherrschaft, ca. 6.-8. Jahrhundert, welche die Alemannen unterworfen hatten, wird der Bau des ersten christlichen Gotteshauses, die Talkirche St. Martin, datiert. Den Namen hat die mittelalterliche Siedlung vom Wasserfall der Birs, dem «Lauffen», erhalten. Erstmals urkundlich erwähnt, als im Jahre 1141 König Konrad III. den «Courtis Loufen», der bis anhin im Besitze des Klosters St. Blasien war, an die Kirche von Basel übergibt.

Um 1300 ist der Graf von Pfirt Lehensherr des Dinghofes Laufen, und durch Erbgang gelangt eine Hälfte desselben an die Habsburger, während die andere Hälfte an das Fürstbistum von Basel zurückfällt. Lehensträger dieses Gutsteils werden die Freiherren von Ramstein auf Schloss Zwingen. Im Jahre 1459 stirbt der letzte Ramsteiner; im gleichen Jahr werden die zwei Hälften des Dinghofes wieder geeint und fallen an den Bischof.

Die Herrschaft Zwingen mit den Ämtern Zwingen und Laufen wird durch einen Vogt verwaltet, der auf Schloss Zwingen Wohnsitz hat. Der Dinghof (Amt Zwingen) liegt auf dem rechten Birsufer, im Gegensatz zur neuen, befestigten Siedlung, die auf dem linken Flussufer errichtet wird und am Stephanstag 1295 das Stadtrecht erhält (Amt Laufen). Mit der Verleihung des Stadtrechtes wurde der Stadt Laufen auch das Marktrecht zugesprochen.

Im Bauernkrieg von 1525 erheben sich die Untertanen gegen den Landesherrn. Im gleichen Jahr schliesst auch Laufen mit der Stadt Basel ein Burgrecht und tritt zum neuen Glauben über.

1589 löst Bischof Christoph Blarer von Wartensee den Burgrechtsvertrag und führt die Gegenreformation durch.

Die Schrecken des Dreissigjährigen Krieges erleidet das Laufental, als Glied des Fürstbistums und dem Deutschen Reiche zugeordnet, ab 1636, als die Schweden Quartier nehmen.

Während der Landeswirren von 1730 bis 1740, im Laufental auch «Tschänihandel» genannt, treffen sich die Anführer der Aufständischen mehrmals in Laufen.
1792 Besetzung durch die Franzosen und Ausrufung der Raurachischen Republik.
1783 mit dem «Canton du Laufon» dem Département Mont-Terrible von Frankreich einverleibt. Durch Entscheid des Wiener Kongresses eidgenössisch und dem Kanton Bern zugeordnet.

Ab 1846 Hauptort des neu geschaffenen Amtes Laufen. In Ausübung des Selbstbestimmungsrechts für den jurassischen Landesteil Übertritt in den Kanton Basel-Landschaft per 1. Januar 1994.

Mit dem Bau der Jurabahn 1874/75 nimmt die Industrialisierung Aufschwung. Insbesondere gesteinsverarbeitende Betriebe wie die Tonwarenwerke Laufen und Zementfabriken entstehen und tragen dazu bei, dass Laufen heute ein prosperierender Wirtschaftsstandort ist. Das Städtchen an der Birs ist auch Verkehrsknotenpunkt für diverse Postautolinien. Sie führen nicht zuletzt Schüler aus den umliegenden Gemeinden hieher, die u.a. das interkantonale Gymnasium Laufental/Thierstein besuchen. Nebst diversen Bildungsmöglichkeiten stehen auch verschiedene Freizeitanlagen zur Verfügung; so das schöne Schwimmbad oder die 1993 eröffnete Eissport- und Freizeithalle «im Nau». Laufen ist auch Standort des Kantonsspitals, Gegründet wurde das Spital für den Bezirk Laufen im Jahre 1869 durch eine testamentarische Stiftung von Josef Feninger, Arzt in Laufen.

Das Altersheim «Rosengarten» beherbergt betagte Laufentaler, und im «Heim für Waisenkinder», heute Jugendheim, erfahren Jugendliche Zuwendung. In der Hauptstrasse des mittelalterlichen Städtchens wird jeweilen am 1. Dienstag des Monats der «Laufner Märt» abgehalten; aber auch für viele andere Anlässe ist sie zu jeder Jahreszeit der stimmungsvolle Rahmen.

Laufen ist

 

  • Teil des Römerreichs 58 v.Chr. - 470 n.Chr.
  • alemannisch ca. 470 - 500
  • Teil des Frankenreichs  ca. 500 - 843
  • im Königreich Burgund  853 - 1033
  • im deutschen Kaiserreich  1033 - 1792
  • in der raurachischen Republik  1792 - 1793
  • in einem Departement Frankreichs  1793 - 1815
  • eidgenössisch  ab 1815
  • Laufen im Kanton Bern  1815 - 1993
  • Laufen im Kanton BL  seit 1994


175 Millionen Jahre im Zeitraffer aus Laufens Geschichte

 


Wussten Sie schon, …

  • dass die zahlreichen Versteinerungen in unserem Kalkstein doppelt so alt sind wie die Alpen (Jurameer vor 250 Millionen Jahren).
  • dass es nirgends in der Schweiz so viele Höhlen aus der Steinzeit gibt wie im Birstal, da dieses Tal in der letzten Eiszeit im Gegensatz zur restlichen Eidgenossenschaft nicht vergletschert war, so dass die Rentierjäger hier Nahrung und Wasser fanden.
  • dass in Laufen schon um 300 n. Chr. von den Römern Keramik gebrannt wurde, wie die Ausgrabungen der Römervilla im Müschhag 1917-1961 klar bewiesen.
  • dass die dem fränkischen Nationalheiligen Martin geweihte Friedhofkapelle aus dem 8. Jahrhundert das älteste Talkirchlein ist.
  • dass der burgundische König 999 aus Angst vor dem durch die Kirche prophezeiten Jüngsten Tag im Jahr 1000 dem Basler Bischof grosse Teile des Birstal schenkte.
  • dass dieser Bischof 793 Jahre lang auch der weltliche Herrscher des Tales blieb, und 1295 das Städtchen Laufen gründete, ungefähr gleichzeitig mit Delsberg und St.Ursanne (Stadtgründer Peter Reich von Reichenstein).
  • dass bei Grabungen auf dem Rathausplatz 1987 die erste zusammenhängende Holzhäuserzeile der Schweiz entdeckt wurde (13. bis 14. Jh.)
  • dass der Fürstbischof im Laufe des Mittelalters sein Städtchen öfters an reiche Basler Kaufleute verpfändete, um zu Bargeld zu kommen. Das Städtchen hatte damals 300-400 Einwohner.
  • dass Laufen am Aufschwung der Wissenschaften in der Renaissance auch einen kleinen Anteil hatte?
  • dass Helias Helye, als Chorherr in Beromünster 1470 Herausgeber des ersten in der Eidgenossenschaft gedruckten und datierten Buches, war Laufner Bürger, er steht in Bronce gegossen auf dem Helyeplatz. In Basel, das damals noch zum deutschen Kaiserreich gehörte, wurden allerdings schon einige Jahre früher Bücher gedruckt!
  • dass die Laufner zusammen mit anderen Untertanen im Fürstbistum sich im 18. Jh. gegen die absolutistische Vielregiererei ihres "gnädigen Herrn" in Pruntrut wehrten und mit Hilfe französischer Truppen besiegt wurden. Einer ihrer Führer, Hans Tschäni von Dittingen, wurde zum Tode verurteilt, aber zuletzt begnadigt.
  • dass Laufen während der französischen Revolution für 87 Tage Teil eines eigenen, von Parteihader zerrissenen jurassischen Staates war, der "Raurachischen Republik". Diese wurde aber 1793 bis 1813 Teil Frankreichs. Im frz. Departement "Mont Terrible" war Laufen Kantonshauptstadt!
  • dass das Laufental 1815 zusammen mit dem übrigen früheren Fürstbistum Basel durch Diktat der Sieger über Napoleon eidgenössisch wurde?
  • dass Wohl aufgrund eines Irrtums am grünen Tisch des Wienerkongresses kam das "Laufonais" nicht zu Basel wie die anderen deutschsprachigen Vogteien Birseck und Pfeffingen, sondern wie die anderen Jurassier zu Bern. Wahrscheinlich wusste der Unterhändler, Baron d'Andlau aus Arlesheim, nicht einmal, dass seine Untertanen in "Laufon" deutsch sprachen. Er wollte mit Metternichs Unterstützung selber Fürst werden, dies gelang nicht wegen des Einflusses der bernischen Gesandten und aus strategischen Überlegungen, da Basel das starke Bern möglichst nahe an der Stadtgrenze haben wollte.
  • dass die Pferdepost von Basel nach Laufen ab 1830 täglich fuhr, aber erst 1875 mit der Bahnverbindung die Industrialisierung und das Wachstum des vorher armseligen Kleinstädtchens begannen, das um 1900 noch von einer intakten Ringmauer mit Toren und Türmen umgeben war.
  • dass Laufen in beiden Weltkriegen einer Garnisonsstadt mit regem militärischen Treiben glich was wohl auch die grosse Zahl von über 20 Wirtschaften bei damals bloss 2000 Einwohnern erklärt.
  • dass 51,7 Prozent der Bewohner des Bezirks Laufen sich nach einer mehrjährigen Abstimmungskaskade 1989 bei einer Rekordstimmbeteiligung von über 93% für den Übertritt in den Kanton Basel-Landschaft entschieden. Durch die Gründung des Kantons Jura 1979 war der Bezirk zur Bern-Exklave geworden und hatte deshalb die Möglichkeit für diesen in der Eidgenossenschaft bisher einmaligen Kantonswechsel eines Bezirks erhalten