Das Wichtigste in Kürze

Nau –  das Quartier an der Birs

Laufen will städtebaulich neue Akzente setzen

In der Nähe der Altstadt von Laufen wird in den nächsten Jahren eine neue attraktive Siedlung entstehen. Sie wird Wohnort sein für rund 420 Bewohnerinnen und Bewohner. Neben Wohnraum entsteht auch ein neuer Stadtpark an der Birs als Naherholungsgebiet.

Die Stadt Laufen plant die Zukunft. Mit einem ebenso ehrgeizigen wie spannenden Projekt wird der Standort Laufen als Wohngemeinde noch attraktiver. Besonders  ambitiös ist die Überbauung des Quartiers Nau. Hier entsteht ein neues Stedtli neben dem Stedtli, das Teil des umfangreichen Konzepts ist. Mit dieser Überbauung besteht die einmalige Chance, in Laufen neue städtebauliche Akzente zu setzen.

Der Stadtrat Laufen hat das renommierte, international tätige Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron dazu gewinnen können, ein städtebauliches Konzept für das Quartier Nau zu erarbeiten, um im künftigen Quartier eine hohe architektonische Qualität sicherzustellen. Die Planung für das Areal NAU entspricht den Vorgaben, welche Bundesbern heute an nachhaltiges Bauen bzw. an eine zukunftsgerichtete Quartierentwicklung stellt. Man darf also sagen, dass diese Planung auch aus Sicht des Bundes modellhaften Charakter hat. Für Planer, Architekten und Stadtbehörden bieten sich auf diese Weise einzigartige Perspektiven.

Wohn- und Erholungsraum an zentraler Lage

Das Areal mit einer Gesamtfläche von 37‘000 Quadratmetern bezieht das gesamte Gebiet von der Stadtmauer beim Amtshaus im Westen mit ein. Auf der Nordseite wird es begrenzt durch die Baselstrasse, auf der Südseite durch die Bahnlinie. Im Westen bilden das Kulturzentrum «alts schlachthuus» sowie die Naustrasse die Grenze, während es im Osten die Eissporthalle ist.

Nach den Vorstellungen des Architekturbüros und des Stadtrates Laufen wird eine Art Neustadt neben der Altstadt geschaffen. Diese wird sich harmonisch in das Gesamtbild der Stadt einfügen und gleichzeitig eine neue erkennbare Einheit bilden und das Stadtbild positiv ergänzen. Zwischen Altstadt und Quartier Nau wird ein Stadtpark einen wichtigen städtischen Freiraum als Erholungsraum und Begegnungsort bilden.

Der Entwurf von Herzog & de Meuron sieht drei Hauptelemente vor. Zentral dabei ist die Birs, welche die einzelnen Teile der Stadt miteinander verbindet. Die Birs wird – anders als bisher – näher ins Bewusstsein und Blickfeld der Bevölkerung rücken. Der Fluss verbindet Altstadt und neue Siedlung und hält sie gleichsam zusammen. Das grosse Potenzial der Birs wird künftig stärker genutzt als heute.

Das Quartier Nau wird verdichtet überbaut werden – allerdings nicht als «Einheitsbrei». Der Stadtrat begrüsst ausdrücklich, dass sich mehrere Investoren und Architekten mit ihren unterschiedlichen Vorstellungen an der Überbauung beteiligen. Am Ende wird sie eine architektonische Einheit in der Vielfalt bilden. Um dies zu gewährleisten, werden einige wenige Vorgaben zu beachten sein, etwa was die Art der Bauten, deren Höhe und die verwendeten Baumaterialien betreffen.

Neue Naustrasse und eine neue Birsbrücke

Neben Wohnblocks und Mehrfamilienhäusern werden auch einige Einfamilienhäuser die Siedlung bereichern. In der Überbauung Nau ist auch die Ansiedlung von Dienstleistungsbetrieben (Geschäfte, Büros) möglich. Die Bauten werden zwischen 6 m (Einfamilienhäuser) und 13,5 m hoch sein – und vier bis fünf Geschosse mit hoher Wohnqualität umfassen. Einzelne Bauten sollen auf dem Areal frei gestreut werden, die höheren Wohnblocks eine Art Rahmenbebauung bilden, die das Quartier Nau gegen aussen fasst, ähnlich wie die Stadtmauer das Stedtli. Zur Birs hin erfolgt Höhenabstufung: Bewohnerinnen und Bewohner werden so einen Blick zum Fluss haben.

Mit der Bebauung Nau verbunden ist ein umfangreicher Hochwasserschutz an der Birs. Die Massnahmen zum Hochwasserschutz eröffnen für Laufen und insbesondere für das an der Birs liegende Areal NAU noch nie dagewesene Chancen. Gespräche mit den zuständigen kantonalen Stellen sind bereits im Gang und auf gutem Weg. Der Kanton wird, wie die Stadt Laufen hofft, auch Hand bieten für die Verschiebung der Naustrasse und den Bau einer neuen Birsbrücke. Beides kommt neben die Eishalle zu stehen. Mit diesen Massnahmen ist es möglich, dass der Stadtpark nicht durch eine viel befahrene Strasse durchschnitten wird und die Siedlung als attraktive Einheit wahrgenommen werden kann.

Deutliche städtebauliche Aufwertung Laufens

Überbaut wird das Areal nicht in einem Mal. Das Konzept sieht vier Etappen vor. Begonnen wird bei der Villa Nau. In der zweiten, wichtigsten Etappe folgen als Kernelement der Birspark und die Sanierungsarbeiten an der Birs sowie die neue Naustrasse und die neue Brücke. In der dritten Etappe schliesslich wird das nordwestliche Areal beim Amtshausparkplatz samt Freiraum für Allmend und Stadtgarten umgesetzt. Erst in der vierten Etappe erfolgt die Bebauung durch die Gebäude im Privatbesitz (Einfamilienhäuser). Am Schluss steht in verdichteter Weise gebaut ein neu gestalteter, naturnaher und attraktiver Wohnort inmitten der Stadt.

Das Quartier Nau wird möglichst frei von Autoverkehr sein. Das nördliche Ufer der Birs wird zu einer Stadtpromenade gestaltet. Diese beginnt bei der Vorstadt, bringt die Stadt näher ans Wasser und verbindet sie gleichermassen mit dem neuen Quartier. Am südlichen Birsufer erfolgt der Zugang zum Stadtpark. All dies bedeutet eine klare städtebauliche Aufwertung Laufens.

Das Areal Nau bietet mehrere Vorteile. So ermöglicht es für eine Vielzahl von Menschen das Wohnen in Zentrumsnähe. Zudem liegt das Areal sowohl unweit des Bahnhofs mit seinem umfassenden Einkaufs- und Dienstleistungsangebot als auch in unmittelbarer Nachbarschaft der Altstadt mit seinen Läden und Restaurants. Auch die Schulen sind nur wenige Minuten entfernt. Schliesslich ist die Siedlung unweit der Hauptverkehrsachse, ohne vom Verkehrslärm belastet zu werden.

Die nächsten Schritte

Am 28. April 2016 entscheidet die Gemeindeversammlung über die Änderung der Zonenvorschriften und den Projektierungskredit.